Trump telefoniert mit Putin und Zelensky an seinem 80. Geburtstag
Wien, 14. Juni 2026 – US-Präsident Donald Trump hat an seinem 80. Geburtstag sowohl mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin als auch mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Zelensky telefoniert. Die Gespräche fanden wenige Tage vor dem G7-Gipfel statt, bei dem der Ukraine-Krieg erneut im Mittelpunkt stehen wird.

Knapp eine Stunde mit dem Kreml
Das Telefonat zwischen Trump und Putin dauerte laut dem russischen Präsidentenberater Juri Uschakow knapp eine Stunde. Trump habe dabei die Notwendigkeit betont, die Kampfhandlungen zu beenden, und seine Bereitschaft signalisiert, Einfluss auf die europäischen Verbündeten auszuüben. Details zu konkreten Vorschlägen oder Zugeständnissen wurden nicht bekannt gegeben. Der Kreml bestätigte das Gespräch, ohne weitere inhaltliche Angaben zu machen. Es war das erste bekannte direkte Telefonat zwischen den beiden Staatschefs seit mehreren Wochen.
Zelensky zwischen Druck und Hoffnung
Auch mit dem ukrainischen Präsidenten Zelensky sprach Trump am selben Tag. Kiew steht seit Monaten unter zunehmendem Druck aus Washington, Verhandlungsbereitschaft zu zeigen. Die Trump-Administration hat wiederholt angedeutet, dass eine Fortsetzung der US-Militärhilfe an Fortschritte bei Friedensgesprächen geknüpft sein könnte. Die Ukraine hat seit Kriegsbeginn im Februar 2022 westliche Hilfen im Wert von über 200 Milliarden Euro erhalten, davon mehr als 75 Milliarden Dollar allein aus den USA. Zelensky bekräftigte zuletzt, dass jede Lösung die territoriale Integrität der Ukraine respektieren müsse.
Europäische Nervosität vor dem G7-Gipfel
Der bevorstehende G7-Gipfel in Kanada wird zum Lackmustest für die westliche Einheit in der Ukraine-Frage. Europäische Staats- und Regierungschefs befürchten, dass Trump einen Deal mit Moskau anstreben könnte, der über die Köpfe der EU hinweg ausgehandelt wird. Bundeskanzler Karl Nehammer hatte bereits im Vorfeld betont, dass Österreich als neutrales Land eine vermittelnde Rolle spielen könne, ohne dabei von der klaren Verurteilung des russischen Angriffskriegs abzurücken.
Einordnung für österreichische Leser
Für Österreich sind die Entwicklungen aus mehreren Gründen relevant. Als neutraler Staat mit traditionell guten Kontakten nach Moskau und als Gastgeberland internationaler Organisationen wie der OSZE könnte Wien bei möglichen Verhandlungen eine Rolle spielen. Wirtschaftlich hat der Krieg die Energiepreise in Österreich massiv beeinflusst – die Gasimporte aus Russland machten vor 2022 noch rund 80 Prozent des österreichischen Bedarfs aus. Zudem leben mittlerweile über 90.000 ukrainische Flüchtlinge in Österreich. Ein Ende des Konflikts hätte direkte Auswirkungen auf die heimische Energiesicherheit, die Inflation und die Migrationspolitik. Trumps Telefondiplomatie an seinem Geburtstag war ein symbolträchtiger Schachzug – ob daraus substanzielle Fortschritte entstehen, entscheidet sich beim G7-Treffen ab Donnerstag.
Quelle: World – South China Morning Post | Originalartikel