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China & AsienPolitik

USA wollen Chagos-Inseln kaufen: Trumps Griff nach Diego Garcia

Wien, 07. June 2026 – Die US-Regierung prüft einem Bericht des britischen Telegraph zufolge den Kauf der Chagos-Inseln von Mauritius. Im Zentrum des Interesses steht Diego Garcia, jenes Atoll im Indischen Ozean, das seit Jahrzehnten als strategischer Militärstützpunkt dient. Der Plan sieht vor, London bei den Verhandlungen zu umgehen und direkt mit Port Louis abzuschließen.

Strategischer Knotenpunkt im Indischen Ozean

Diego Garcia beherbergt eine der wichtigsten US-Militärbasen außerhalb des amerikanischen Festlands. Von hier aus können Bomber und Aufklärungsflugzeuge den gesamten Indischen Ozean, den Persischen Golf und weite Teile Asiens erreichen. Die Basis spielte eine zentrale Rolle bei Operationen im Irak und in Afghanistan. Für die amerikanische Präsenz im indopazifischen Raum ist der Stützpunkt schlicht unverzichtbar.

Großbritannien hatte 2024 angekündigt, die Souveränität über die Chagos-Inseln an Mauritius zu übertragen, wobei die USA ihre Militärbasis weiter nutzen sollten. Dieses Abkommen stößt in Washington offenbar auf Skepsis. Die Trump-Administration befürchtet laut Telegraph, dass Mauritius zu enge Verbindungen zu China pflegen könnte.

Pekings langer Schatten

China hat in den vergangenen Jahren seine Präsenz im Indischen Ozean systematisch ausgebaut. Der Marinestützpunkt in Dschibuti, Hafeninvestitionen in Pakistan, Sri Lanka und Myanmar bilden die sogenannte Perlenkette, die Pekings Handelsrouten absichern soll. Ein chinesischer Einfluss auf die Chagos-Inseln würde das strategische Gleichgewicht in der Region verschieben.

Mauritius unterhält diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen zu Peking. China ist einer der größten Investoren in dem Inselstaat. Die USA argumentieren intern, dass ein direkter Kauf mehr Sicherheit bieten würde als ein Pachtvertrag, der von wechselnden politischen Konstellationen abhängt.

Was bedeutet das für Europa?

Für Österreich und die EU steht die Frage der maritimen Sicherheit auf dem Spiel. Rund 80 Prozent des europäischen Handels mit Asien passieren den Indischen Ozean. Freie Seewege sind kein abstraktes Konzept, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit. Eine Verschärfung der Rivalität zwischen Washington und Peking in dieser Region könnte Handelsrouten gefährden und die Lieferketten belasten.

Großbritannien steht vor einer diplomatischen Zerreißprobe. Ein Alleingang Washingtons würde die ohnehin angespannten transatlantischen Beziehungen weiter belasten. London hat bisher nicht auf Anfragen reagiert.

Die zwei Seiten der Macht

Die USA präsentieren den möglichen Kauf als Maßnahme zur Sicherung der regelbasierten Ordnung im Indopazifik. Kritiker sehen darin einen weiteren Beleg für Washingtons Bereitschaft, Verbündete zu übergehen, wenn eigene Interessen auf dem Spiel stehen. Mauritius wiederum könnte finanziell profitieren, gerät aber zwischen die Fronten der Großmächte. Für Peking wäre jede amerikanische Konsolidierung in der Region ein Rückschlag. Die Chagos-Inseln sind klein, aber ihr strategischer Wert ist enorm. Wer sie kontrolliert, kontrolliert einen Schlüssel zum Indischen Ozean.

YANUS beobachtet die Entwicklung weiter.

Quelle: World – South China Morning Post | Originalartikel

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Redaktion YANUS | Politik. Wirtschaft. Hintergründe.

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