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Ant Group bringt KI-Modell Ling-3.1-flash mit 560 Milliarden Parametern

Der Finanzkonzern aus Hangzhou drängt mit einem neuen Sprachmodell in den Wettlauf um günstige, leistungsstarke KI für Unternehmen.

Ant Group bringt KI-Modell Ling-3.1-flash mit 560 Milliarden Parametern

Die zu Ant Group gehörende Forschungseinheit InclusionAI hat ein neues Sprachmodell veröffentlicht. Ling-3.1-flash verfügt über 560 Milliarden Parameter insgesamt, von denen für jede Anfrage rund 25 Milliarden tatsächlich aktiviert werden. Diese Architektur soll Rechenleistung sparen, ohne bei der Qualität der Antworten große Abstriche zu machen.

Was das Modell leisten soll

Die Ant Group positioniert Ling-3.1-flash für den Einsatz in sogenannten Agenten-Systemen, also KI-Programmen, die selbstständig mehrstufige Aufgaben erledigen. Dazu zählen laut Unternehmen auch Suchfunktionen, Büroanwendungen und Lösungen für spezielle Fachbereiche. Das Modell ist für ein Kontextfenster von bis zu einer Million Tokens ausgelegt, kann also theoretisch sehr lange Texte oder Dokumente auf einmal verarbeiten.

In der aktuellen, zweiwöchigen Testphase ist der Zugang allerdings auf ein deutlich kleineres Kontextfenster begrenzt. Das bedeutet, Nutzer können die volle Kapazität des Modells vorerst nicht ausschöpfen. Ant Group macht keine Angaben dazu, wann die volle Version frei verfügbar sein wird.

Die Technik hinter dem Modell

Das Prinzip der aktivierten Parameter, auch Mixture-of-Experts genannt, funktioniert wie eine große Fachbibliothek, aus der für jede Anfrage nur die relevanten Bücher geholt werden, statt die gesamte Bibliothek zu durchsuchen.

Bei Ling-3.1-flash entspricht das knapp 4,5 Prozent der Gesamtkapazität, die pro Anfrage tatsächlich zum Einsatz kommt. Das senkt den Energie- und Rechenaufwand gegenüber Modellen, die ihre volle Parameterzahl bei jeder Anfrage nutzen.

Zum Vergleich: Modelle wie GPT-4 von OpenAI oder Googles Gemini setzen ebenfalls auf ähnliche Architekturen, um große Modelle wirtschaftlich betreibbar zu halten. Die Strategie von Ant Group reiht sich damit in einen branchenweiten Trend ein, bei dem chinesische Anbieter wie DeepSeek, Alibaba und Moonshot AI in den vergangenen Jahren vergleichbare Ansätze verfolgt haben.

Positionierung am Markt

Ant Group ist vor allem durch seine Finanztochter Alipay bekannt, die in China von mehr als einer Milliarde Menschen genutzt wird. Mit InclusionAI erweiterte der Konzern sein Geschäftsfeld in Richtung Grundlagenmodelle für künstliche Intelligenz, einem Bereich, der zuletzt von Unternehmen wie Alibaba, Baidu und Tencent stark umkämpft ist.

Die Veröffentlichung von Ling-3.1-flash als Open-Weight-Modell, bei dem die trainierten Parameter öffentlich zugänglich gemacht werden, folgt einem Muster, das mehrere chinesische KI-Anbieter zuletzt verfolgt haben. Dadurch können Entwickler weltweit das Modell herunterladen, anpassen und in eigene Anwendungen integrieren, ohne auf eine kostenpflichtige Programmierschnittstelle angewiesen zu sein.

Für europäische und österreichische Unternehmen, die KI-Modelle für Kundenservice, Dokumentenverarbeitung oder Softwareentwicklung einsetzen, erweitert sich damit die Auswahl an verfügbaren Basismodellen zusätzlich zu bestehenden Optionen von OpenAI, Google, Meta und Mistral AI. Offene Modelle aus China wie jene von DeepSeek oder Alibaba werden bereits von einzelnen europäischen Firmen getestet, da sie oft ohne Lizenzgebühren nutzbar sind und lokal betrieben werden können, was bei Datenschutzfragen relevant sein kann. Wirtschaftsverbände wie die Wirtschaftskammer Österreich beobachten die Entwicklung bei quelloffenen KI-Modellen im Rahmen ihrer Digitalisierungsinitiativen für heimische Betriebe.

Quelle: TechNode | Originalartikel

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