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Wien gibt grünes Licht für JD.com-Übernahme von Mediamarkt-Mutter Ceconomy

Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer spricht von strengen Auflagen, Details sind noch unbekannt. Die EU-Kommission prüft den Milliardendeal noch.

Wien gibt grünes Licht für JD.com-Übernahme von Mediamarkt-Mutter Ceconomy

Die österreichische Bundesregierung hat der geplanten Übernahme von Ceconomy, der Mutterkonzern von Mediamarkt und Saturn, durch den chinesischen Technologiekonzern JD.com zugestimmt.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer Photo: Parlamentsdirektion/Thomas Topg

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer bestätigte die Entscheidung und sprach von „strengen Auflagen“, die an die Genehmigung geknüpft seien.

Welche konkreten Bedingungen damit gemeint sind, nannte er nicht. Die endgültige Entscheidung über die Übernahme liegt weiterhin bei der EU-Kommission, die den Zusammenschluss derzeit kartellrechtlich prüft.

Ein Elektronikriese mit österreichischer Geschichte

Ceconomy ist mit rund 1.000 Mediamarkt- und Saturn-Filialen in 11 europäischen Ländern einer der größten Elektronikhändler des Kontinents. In Österreich betreibt der Konzern über 40 Standorte und beschäftigt mehrere tausend Mitarbeiter. Das Unternehmen, das aus der ehemaligen Metro-Gruppe hervorgegangen ist, kämpft seit Jahren mit sinkenden Margen im stationären Handel und zunehmender Konkurrenz durch Online-Plattformen.

JD.com zählt zu den größten E-Commerce- und Logistikkonzernen Chinas, mit einem Jahresumsatz von umgerechnet mehr als 150 Milliarden Euro im Jahr 2023. Dee Konzern betreibt eines der größten eigenen Logistiknetzwerke Chinas und hat in den vergangenen Jahren verstärkt in internationale Expansion investiert, unter anderem in Lagerhäuser und Vertriebszentren in Europa.

Nationale Prüfverfahren als Teil eines EU-weiten Musters

Die Zustimmung Österreichs reiht sich in ein größeres Verfahren ein: Da Ceconomy in mehreren EU-Staaten operiert, müssen neben der EU-Kommission auch einzelne Mitgliedsstaaten nationale Investitionskontrollen durchführen, wenn kritische Infrastruktur oder sicherheitsrelevante Branchen betroffen sein könnten. Elektronikhandel fällt in Österreich grundsätzlich nicht in den Kernbereich solcher Prüfungen, dennoch unterliegen Übernahmen durch Investoren aus Nicht-EU-Staaten seit der Novelle des Investitionskontrollgesetzes 2020 einer behördlichen Prüfung.

Ähnliche Verfahren laufen parallel in Deutschland, wo Ceconomy seinen Hauptsitz in Düsseldorf hat, sowie in weiteren Ländern mit Mediamarkt-Präsenz wie den Niederlanden, Spanien und Italien. Die EU-Kommission prüft den Zusammenschluss unter dem Aspekt der Marktkonzentration, da JD.com durch die Übernahme Zugang zu einem etablierten europäischen Filialnetz und einer bekannten Handelsmarke erhalten würde.

Investitionen aus China im europäischen Einzelhandel

Der Einstieg chinesischer Investoren in den europäischen Einzelhandel ist kein Einzelfall. Alibaba hält seit Jahren Anteile an Logistikunternehmen in Europa, und Temu sowie Shein haben den europäischen Online-Markt in den vergangenen zwei Jahren spürbar verändert.

Eine Übernahme eines etablierten stationären Händlers mit physischer Infrastruktur und Markenname wie Mediamarkt wäre jedoch eine neue Dimension des Engagements!

Für JD.com böte der Deal direkten Zugang zu Lagerstandorten, Kundendaten und einem Vertriebsnetz in Kerneuropa, ohne selbst von Grund auf eine Marke aufbauen zu müssen. Der Kaufpreis für Ceconomy wurde bislang nicht öffentlich beziffert, Branchenschätzungen gehen von einem Volumen im niedrigen einstelligen Milliardenbereich aus, abhängig vom finalen Angebotspreis je Aktie.

Für Österreich bedeutet die Übernahme konkret, dass die rund 40 Mediamarkt- und Saturn-Filialen sowie die damit verbundenen Arbeitsplätze unter neue Eigentümerstrukturen fallen würden, sollte die EU-Kommission final zustimmen. Betroffen wären auch heimische Zulieferer und Logistikpartner, die mit Ceconomy-Standorten zusammenarbeiten. Ein endgültiger Zeitplan für den Abschluss des EU-Prüfverfahrens wurde bislang nicht genannt.

Quelle: derstandard.at | Originalartikel

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