Chinas Handelsüberschuss erreicht eine Billion Dollar – Kritik kommt dazu von den USA
Vor dem geplanten Gipfel zwischen Xi Jinping und Donald Trump macht der US-Finanzminister globale Ungleichgewichte zum Thema. Auch Europa blickt auf die Verhandlungen.
Beim Treffen der G20-Finanzminister in Asheville, North Carolina, hat US-Finanzminister Scott Bessent den globalen Handelsüberschuss Chinas angesprochen.
In seiner Eröffnungsrede sprach er von „anhaltenden globalen Ungleichgewichten, die den Wohlstand untergraben“.
Die Äußerungen fielen wenige Wochen vor einem geplanten bilateralen Gipfeltreffen zwischen dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump in Washington.
Die USA und die G20-Präsidentschaft 2026
Die Vereinigten Staaten haben 2026 turnusgemäß den Vorsitz der G20 inne, jenem Zusammenschluss der 19 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer sowie der EU und der Afrikanischen Union.
Als Gastgeber setzt Washington damit auch inhaltliche Schwerpunkte für die Tagesordnung der Finanzminister. Mit der Thematisierung von Handelsungleichgewichten knüpft Bessent an eine wirtschaftspolitische Linie an, die in den USA seit mehreren Jahren parteiübergreifend verfolgt wird.
Chinas Position im globalen Handel
China exportierte laut chinesischer Zollbehörde im Jahr 2025 Waren im Wert von rund 3,58 Billionen US-Dollar, bei Importen von etwa 2,59 Billionen US-Dollar.
Der daraus resultierende Handelsüberschuss von knapp einer Billion US-Dollar gilt als einer der größten einzelstaatlichen Außenhandelsüberschüsse weltweit.
Peking begründet diese Entwicklung unter anderem mit der Wettbewerbsfähigkeit seiner Industrie in Bereichen wie Elektrofahrzeugen, Solartechnik und Batteriezellen.
Der bevorstehende Xi-Trump-Gipfel
Der geplante Gipfel zwischen Xi Jinping und Donald Trump in Washington gilt als eines der zentralen wirtschaftspolitischen Ereignisse des Jahres. Beobachter erwarten, dass neben Handelsfragen auch Themen wie Zollpolitik, Technologieexporte und Investitionsbedingungen auf der Agenda stehen werden. Bereits in der Vergangenheit hatten bilaterale Gespräche zwischen beiden Staaten Auswirkungen auf globale Lieferketten und Börsenkurse gezeigt.
Für Österreich und die EU sind die Gespräche relevant, weil europäische Exporteure, darunter auch heimische Zulieferbetriebe der Automobil- und Maschinenbaubranche, in Lieferketten eingebunden sind, die sowohl den chinesischen als auch den US-amerikanischen Markt betreffen.
Die Europäische Union verzeichnete 2025 gegenüber China ein Handelsbilanzdefizit von rund 300 Milliarden Euro, während sie gegenüber den USA einen Überschuss von etwa 150 Milliarden Euro auswies.
Sollte es zwischen Washington und Peking zu neuen Zoll- oder Handelsvereinbarungen kommen, könnten sich dadurch auch Rahmenbedingungen für europäische Unternehmen verändern, etwa bei Exportquoten oder Standortentscheidungen internationaler Konzerne mit Werken in Österreich.
Джерело: Китай – South China Morning Post | Оригінальна стаття