Freitag, 29. Mai 2026
FBXIG
PolitikUkraine & Osteuropa

Russische Raketen töten Kinder – und Europa schaut weiter zu

Wien, 16. April 2026 — Ein zwölfjähriger Bub ist tot. Zerrissen von russischen Raketen, die in der Nacht auf ukrainische Wohngebiete niedergingen. In Kyiv, Odesa und Dnipro starben mehrere Menschen, dutzende wurden verletzt. Es sind keine Militärstützpunkte, die Moskau trifft. Es sind Wohnhäuser, Schulen, Krankenhäuser. Und es ist kein Unfall – es ist System.

Die Nacht des Terrors

Die russischen Streitkräfte feuerten nach ukrainischen Angaben eine Kombination aus ballistischen Raketen und Kamikaze-Drohnen iranischer Bauart auf die drei Großstädte. Die ukrainische Luftabwehr konnte einen Teil abfangen, doch genug kamen durch. In Dnipro wurde ein Wohnblock getroffen, in Odesa ein Infrastrukturobjekt. In Kyiv schlugen Trümmer einer abgeschossenen Rakete in einem Wohnviertel ein. Die Opferzahlen steigen noch. Was Moskau als „militärische Spezialoperation“ bezeichnet, hat längst den Charakter eines Zermürbungskrieges gegen die Zivilbevölkerung angenommen.

Das Schweigen der Diplomatie

In Brüssel und Wien herrscht routinierte Betroffenheit. Man verurteilt, man bedauert, man fordert. Doch die Sanktionen wirken nur bedingt, die Waffenlieferungen sind ein Flickwerk aus nationalen Interessen. Österreich, das sich auf seine Neutralität beruft, bleibt humanitärer Helfer am Rande. Wirtschaftsbeziehungen zu Russland wurden zwar offiziell eingeschränkt – doch die Raiffeisen Bank International ist nach wie vor einer der größten ausländischen Akteure in Russland. Gas fließt weiterhin durch ukrainisches Territorium nach Österreich. Die Neutralität wird zum bequemen Feigenblatt, hinter dem sich handfeste Geschäftsinteressen verbergen.

Wer profitiert vom langen Krieg?

Die Rüstungsindustrie auf beiden Seiten des Atlantiks meldet Rekordaufträge. Die Energiekonzerne haben ihre Gewinne vervielfacht. Und Moskau? Der Kreml nutzt jeden Tag, an dem der Westen zögert, um Fakten zu schaffen. Je länger der Krieg dauert, desto mehr verschiebt sich die Verhandlungsmasse zugunsten Russlands. Ein schneller Frieden liegt nicht im Interesse jener, die am Krieg verdienen. Das gilt für russische Oligarchen ebenso wie für westliche Rüstungsaktionäre. Dazwischen: Die ukrainische Bevölkerung, die stirbt. Und ein zwölfjähriger Bub, dessen Name in den Nachrichtenmeldungen nicht einmal erwähnt wird.

Die zwei Seiten der Macht

Auf der einen Seite stehen die offiziellen Bekundungen von Solidarität und die Beschwörung europäischer Werte. Auf der anderen Seite stehen Gasverträge, Bankbilanzen und die stille Hoffnung, dass sich das Problem irgendwie von selbst löst. Österreich muss sich entscheiden, auf welcher Seite es tatsächlich steht – nicht nur in Sonntagsreden, sondern in konkreten wirtschaftlichen und politischen Entscheidungen. Denn Neutralität bedeutet nicht, dass man keine Haltung haben darf. Es bedeutet nur, dass man nicht mitmacht beim Töten. Aber auch nicht beim Wegschauen. YANUS wird die österreichischen Verstrickungen in diesen Konflikt weiter dokumentieren.

YANUS Redaktion

Redaktion YANUS | Politik. Wirtschaft. Hintergründe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

© 2026 YANUS · Alle Rechte vorbehalten
Vertrauliche Hinweise
Vertrauliche Hinweise