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Ebola-Krise im Kongo: Neue Therapien im Wettlauf gegen die Zeit

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo startet eine klinische Studie zu experimentellen Ebola-Behandlungen. Hunderte Tote, überlastete Gesundheitssysteme, und eine Frage, die auch Europa betrifft.

Ebola-Krise im Kongo: Neue Therapien im Wettlauf gegen die Zeit

Während in der ostkongolesischen Provinz Ituri Ambulanzen pausenlos Patienten in überfüllte Behandlungszentren bringen, haben Forscher in der Stadt Bunia eine klinische Studie gestartet, die über Leben und Tod entscheiden könnte.

Zwei experimentelle Ebola-Therapien werden nun unter Realbedingungen getestet, mitten im Epizentrum eines Ausbruchs, der bereits Hunderte Menschenleben gefordert hat.

Forschung unter Extrembedingungen

Im Evangelical Medical Centre von Bunia begann Anfang Juli ohne große Zeremonie eine der wichtigsten medizinischen Studien des Jahres. Die Dringlichkeit ließ keinen Raum für Formalitäten: Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo breitet sich weiter aus, die Fallzahlen steigen. Die beiden getesteten Behandlungsansätze sollen die Überlebensrate von Infizierten signifikant erhöhen.

Bisherige Ebola-Ausbrüche in der Region, darunter der verheerende Ausbruch 2018-2020 mit über 2.200 Toten, haben gezeigt, dass ohne wirksame Therapien die Sterblichkeitsrate bei bis zu 60 Prozent liegt.

Humanitäre Krise in der Provinz Ituri

Die Provinz Ituri kämpft nicht nur gegen das Virus, sondern auch gegen chronische Instabilität. Bewaffnete Konflikte erschweren den Zugang zu abgelegenen Dörfern, Misstrauen gegenüber Gesundheitspersonal behindert die Kontaktnachverfolgung. Die Bevölkerung trauert um Hunderte Verstorbene, während Bestattungsteams in Schutzanzügen sichere Begräbnisse durchführen müssen, traditionelle Trauerrituale, die Körperkontakt erfordern, gehören zu den Hauptübertragungswegen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat zusätzliche Ressourcen mobilisiert, doch lokale Gesundheitsstrukturen sind am Limit.

Österreichische Perspektive und globale Gesundheitssicherheit

Für Österreich ist der Ausbruch mehr als eine ferne Krise. Heimische Forschungseinrichtungen wie das Zentrum für Virologie der Medizinischen Universität Wien arbeiten seit Jahren an der Erforschung hämorrhagischer Fieber.

Österreichische Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen Österreich sind in der Region aktiv und berichten von dramatischen Zuständen vor Ort. Zudem zeigt die Covid-19-Pandemie, wie schnell regionale Ausbrüche globale Dimensionen annehmen können.

Die Europäische Union hat 2024 ihre Strategie zur globalen Gesundheitssicherheit verschärft, Österreich trägt als Mitgliedstaat zur Finanzierung von Notfallreserven und Impfstoffforschung bei. Der aktuelle Ebola-Ausbruch testet diese Strukturen unter Realbedingungen. Dass die klinische Studie in Bunia trotz aller Widrigkeiten angelaufen ist, verdankt sich auch internationaler Koordination: Proben werden zur Analyse nach Europa geschickt, Daten fließen in Echtzeit in globale Netzwerke.

Die experimentellen Behandlungen basieren auf monoklonalen Antikörpern, einer Technologie, die auch in der österreichischen Biotech-Szene zunehmend an Bedeutung gewinnt. Erste Ergebnisse der Studie werden innerhalb von Wochen erwartet, für die Menschen in Ituri zählt jeder Tag.

Quelle: World – South China Morning Post | Originalartikel

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