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Chinesische Forscher züchten Frucht-Hybrid aus Litschi und Longan

Die neue Sorte „Cuimi“ soll widerstandsfähiger sein als ihre Elternfrüchte. Im September steht die erste große Ernte an.

Chinesische Forscher züchten Frucht-Hybrid aus Litschi und Longan

Ein Forschungsteam in der südchinesischen Provinz Guangdong hat eine neue Obstsorte entwickelt, die genetische Grenzen zwischen zwei Pflanzengattungen überwindet. Die Frucht mit dem Namen „Cuimi“ ist eine Kreuzung aus Litschi und Longan, zwei tropischen Früchten, die botanisch zwar verwandt, aber unterschiedlichen Gattungen zugeordnet sind. Die erste größere Ernte wird für kommenden Monat erwartet, danach soll die Markteinführung getestet werden.

Wie die Kreuzung gelang

Als mütterlicher Elternteil diente die Sorte Shixia-Longan, eine in Guangdong verbreitete und geschätzte Longan-Züchtung. Als väterlicher Part kam eine Litschi-Sorte zum Einsatz. Die Kombination beider Früchte in einer einzigen Pflanze gilt unter Botanikern als bemerkenswert, weil Litschi und Longan trotz ihrer engen verwandtschaftlichen Nähe innerhalb der Familie der Seifenbaumgewächse bislang als reproduktiv getrennt betrachtet wurden.

Das Ergebnis soll laut den beteiligten Wissenschaftlern zwei zentrale Vorteile mit sich bringen: einen höheren Ertrag pro Pflanze sowie eine bessere Kälteresistenz als die beiden Ausgangsfrüchte. Gerade die Kälteresistenz gilt als wirtschaftlich relevant, da Litschi- und Longan-Anbau bislang stark auf tropische und subtropische Klimazonen beschränkt ist und Frostperioden regelmäßig zu Ernteausfällen führen.

Guangdong als Frucht-Hochburg

Guangdong zählt zu den wichtigsten Anbaugebieten für Litschi und Longan in China. Die Provinz exportiert beide Früchte auch nach Südostasien und in geringerem Umfang nach Europa, wo Litschis vor allem als Importware in asiatischen Supermärkten und größeren Handelsketten zu finden sind. Ein kälteresistenterer Hybrid könnte die Anbausaison verlängern und die Abhängigkeit von wetterbedingten Ernteschwankungen verringern.

Für heimische Bauern in Guangdong könnte die neue Sorte damit ein Instrument sein, um Erträge zu stabilisieren, ohne auf den etablierten Ruf der beiden Ursprungsfrüchte verzichten zu müssen. Ob „Cuimi“ geschmacklich näher an der süßen Litschi oder am eher milden Longan liegt, wird sich erst mit der bevorstehenden Ernte im September zeigen.

Von der Forschung zum Supermarktregal

Die kommenden Wochen sind für das Forschungsteam entscheidend. Nach der ersten substanziellen Ernte soll getestet werden, wie der Markt auf die neue Frucht reagiert, sowohl bei Konsumenten als auch im Großhandel. Solche Feldtests entscheiden häufig darüber, ob eine neu gezüchtete Sorte über regionale Märkte hinaus verbreitet wird oder eine Nischenerscheinung bleibt.

Bei Erfolg könnte „Cuimi“ mittelfristig auch als Exportprodukt interessant werden, insbesondere in Märkten, die bereits Litschi und Longan importieren. Bis eine solche Sorte allerdings in nennenswerten Mengen europäische Supermärkte erreicht, vergehen in der Regel mehrere Jahre, in denen Anbauflächen ausgeweitet und Lieferketten aufgebaut werden müssten.

Für Österreich und Europa bleibt die Entwicklung vorerst eine Randnotiz mit Potenzial. Frisches Obst aus Fernost unterliegt strengen EU-Einfuhrbestimmungen zu Pflanzengesundheit, und neue Sorten benötigen zusätzliche Zulassungsschritte, bevor sie importiert werden dürfen. Sollte sich „Cuimi“ aber als lagerfähiger und transportresistenter erweisen als klassische Litschis, die wegen ihrer kurzen Haltbarkeit im Europa-Handel bislang eine Nische bleiben, könnte das langfristig auch für europäische Importeure und Fruchthändler interessant werden. Bis dahin bleibt es bei der Beobachtung eines Züchtungserfolgs, der zeigt, wie intensiv China in die Agrarforschung investiert, ein Bereich, der auch für die heimische Landwirtschaft in Sachen Sortenvielfalt und Klimaanpassung zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Quelle: China – South China Morning Post | Originalartikel

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