Chinas Gaming-Hoffnung Phantom Blade Zero verschiebt Start auf Oktober
**Wien, 17. Juni 2026** – Der chinesische Spieleentwickler S-GAME hat den geplanten Veröffentlichungstermin seines mit Spannung erwarteten Action-Rollenspiels Phantom Blade Zero vom 9. September auf den 29. Oktober verschoben. Die Ankündigung erfolgte während Sonys jüngster State-of-Play-Präsentation und sorgte in der internationalen Gaming-Community für Diskussionen über die Gründe der Verzögerung.

Spekulationen über Konkurrenzdruck zurückgewiesen
Nach Bekanntwerden der Verschiebung kursierten in Online-Foren rasch Vermutungen, S-GAME wolle einer direkten Konfrontation mit großen September-Releases ausweichen – darunter Titel des US-amerikanischen Publishers Rockstar Games. S-GAME-CEO Liang Qiwei trat diesen Spekulationen in öffentlichen Kommentaren entschieden entgegen. Konkrete alternative Begründungen für die siebenwöchige Verzögerung nannte er allerdings nicht. Die Verschiebung reiht sich in ein Muster ein, das bei ambitionierten chinesischen Spieleproduktionen zuletzt häufiger zu beobachten war: Der Druck, international konkurrenzfähige Qualität zu liefern, führt regelmäßig zu Anpassungen der ursprünglichen Zeitpläne.
Chinas Gaming-Industrie auf dem Vormarsch
Phantom Blade Zero gilt als eines der prestigeträchtigsten Projekte der chinesischen Spielebranche. Das in Hangzhou ansässige Studio S-GAME positioniert das Spiel als technisches Aushängeschild, das mit westlichen AAA-Produktionen mithalten soll. Die chinesische Gaming-Industrie erwirtschaftete laut Branchendaten im Jahr 2025 einen Umsatz von umgerechnet rund 42 Milliarden Euro im Inland – Tendenz steigend. Mit dem Erfolg von Black Myth: Wukong im Jahr 2024, das weltweit über 20 Millionen Einheiten verkaufte, bewies ein chinesisches Einzelspieler-Rollenspiel erstmals, dass es auf dem globalen Markt bestehen kann. S-GAME verfolgt mit Phantom Blade Zero eine ähnliche Strategie: ein narrativ getriebenes Actionspiel mit aufwendiger Grafik, das auf Sonys PlayStation 5 und PC erscheinen soll.
Wer spielt in Österreich?
Für Österreichs Spielerinnen und Spieler markiert die Entwicklung einen bemerkenswerten Wandel im globalen Gaming-Markt. Während europäische Konsumenten jahrzehntelang primär zwischen japanischen und amerikanischen Produktionen wählten, etabliert sich China zunehmend als dritte Kraft. Für heimische Branchenakteure ergeben sich daraus neue Perspektiven: Österreichische Entwicklerstudios wie Sproing oder Moon Studios haben in der Vergangenheit mit asiatischen Publishern kooperiert, und der chinesische Markt bietet theoretisch Zugang zu über 700 Millionen aktiven Spielern. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb um Aufmerksamkeit auf Plattformen wie Steam, wo chinesische Titel mittlerweile regelmäßig unter den meistverkauften Spielen rangieren. Der neue Erscheinungstermin 29. Oktober platziert Phantom Blade Zero strategisch im lukrativen Vorweihnachtsgeschäft – und in direkter Konkurrenz zum europäischen und amerikanischen Herbst-Lineup.
Quelle: TechNode | Originalartikel