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Rustem Umerov — Krim-Tatar zwischen Kiew und Krisenmanagement

Vom Digitalunternehmer zum Verteidigungsminister der Ukraine: Wie ein Mann aus Simferopol zur Schlüsselfigur der Kriegsdiplomatie wurde, und warum Italien nun an ihm interessiert ist.

Rustem Umerov — Krim-Tatar zwischen Kiew und Krisenmanagement

Rustem Umerov, geboren 1982 in Usbekistan als Angehöriger der von Stalin deportierten Krim-Tataren, kehrte als Kind mit seiner Familie auf die Krim zurück. Er studierte in den USA und in der Türkei, bevor er in der Ukraine als Unternehmer und später als Politiker Karriere machte. Seine Zweisprachigkeit und internationalen Kontakte prägten seinen späteren Aufstieg in der ukrainischen Staatsführung.

Aufstieg

Umerov saß ab 2019 im ukrainischen Parlament für die Partei Holos und leitete den Staatsfonds für Vermögensverwaltung, bevor er im September 2023 von Präsident Wolodymyr Selenskyj zum Verteidigungsminister ernannt wurde, als Nachfolger von Oleksij Resnikow, der wegen Korruptionsvorwürfen in seinem Ministerium zurücktreten musste. Umerov galt als Vertrauter Selenskyjs und war bereits zuvor an Verhandlungen mit Russland beteiligt, unter anderem beim Getreideabkommen 2022. Berichten zufolge (Quelle: Reuters, Kyiv Independent) wechselte er nach seiner Zeit im Verteidigungsministerium in eine neue Funktion innerhalb der ukrainischen Sicherheitsarchitektur.

Netzwerke & Einfluss

Als Krim-Tatare verfügt Umerov über enge Verbindungen zur Türkei, die als Vermittler zwischen Kiew und Moskau auftrat. Er pflegte laut ukrainischen Medienberichten direkte Kontakte zu NATO-Beamten, dem US-Verteidigungsministerium und europäischen Amtskollegen, etwa im Rahmen der sogenannten Ramstein-Formate zur Koordination von Waffenlieferungen. Sein Netzwerk reicht damit von Ankara über Washington bis Brüssel.

Kontroversen

Während seiner Amtszeit als Verteidigungsminister musste sich Umerov mit Beschaffungsskandalen im eigenen Haus auseinandersetzen, die bereits seinen Vorgänger zu Fall gebracht hatten, laut Berichten ukrainischer Investigativmedien (Bihus.info) ging es um überteuerte Rüstungskäufe und mangelnde Transparenz bei Ausschreibungen. Umerov selbst initiierte Reformen zur Bekämpfung von Korruption im Beschaffungswesen, deren Wirksamkeit von Beobachtern unterschiedlich bewertet wird. Zudem gab es innerhalb der ukrainischen Führung wiederholt Berichte über Spannungen zwischen Umerov und dem damaligen Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj.

Quelle: Euromaidan Press | Originalartikel

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