Nexum-Affäre: Spuren führen zu Benko und Marsalek
Ein Börsenvorgang in Deutschland wirft Fragen zu bekannten Namen der kriminellen deutsch-österreichischen Wirtschaftsszene auf
Ein Bericht des Magazins Merkur bringt einen Börsenvorgang rund um das Unternehmen Nexum mit den Namen René Benko und Jan Marsalek in Verbindung.
Die Meldung wurde über den Google-News-Kanal zu Jan Marsalek und Wirecard verbreitet und reiht sich in eine Serie von Berichten ein, die seit Jahren Verbindungen österreichischer Geschäftsleute zu Marsalek untersuchen.
Hintergrund
Jan Marsalek war bis 2020 Vorstandsmitglied des deutschen Zahlungsdienstleisters Wirecard, der nach der Aufdeckung eines milliardenschweren Bilanzbetrugs kollabierte.
Marsalek flüchtete nach Bekanntwerden des Skandals und gilt seither als untergetaucht. Medienberichten zufolge, unter anderem von Recherchenetzwerken wie OCCRP und mehreren deutschen und österreichischen Zeitungen, soll er sich in Russland aufhalten und dort in Verbindung mit Geheimdienstkreisen stehen. Verifizierte, gerichtsfeste Beweise für seinen genauen Aufenthaltsort liegen öffentlich nicht vor.
René Benko wiederum ist Gründer der Signa-Gruppe, deren Immobilien- und Handelsimperium 2023 unter Insolvenzverwaltung gestellt wurde. Die Pleite gilt als eine der größten in der jüngeren österreichischen Wirtschaftsgeschichte und beschäftigt seither mehrere Staatsanwaltschaften in Österreich, Deutschland und Italien.
Neue Fakten
Laut dem Merkur-Bericht soll ein Vorgang rund um die Entfernung handelnder Personen bei der Firma Nexum von einer Börse oder einem Handelsplatz Anlass gegeben haben, nach möglichen Verbindungen zu Benko und Marsalek zu suchen.
Konkrete Details zu Eigentümerstrukturen, Zeitpunkten oder beteiligten Behörden werden in der vorliegenden Kurzmeldung nicht genannt. Öffentlich bekannt ist bislang lediglich der Umstand, dass Marsaleks Name wiederholt in Zusammenhang mit Firmenkonstruktionen auftaucht, die von Ermittlern in mehreren europäischen Ländern untersucht werden.
Reaktionen
Weder von Vertretern Benkos noch aus dem Umfeld Marsaleks liegen öffentlich bekannte Stellungnahmen zu dem konkreten Nexum-Vorgang vor. Auch von österreichischen Behörden gibt es bislang keine bestätigte Reaktion auf den Bericht.
Für Österreich bleibt die Causa relevant, weil sowohl die Signa-Insolvenz als auch das Wirecard-Verfahren mehrere heimische Banken, Investoren und Anwaltskanzleien betreffen, die an Finanzierungen oder Beratungsmandaten beteiligt waren. Sollte sich eine belastbare Verbindung zu Nexum bestätigen, könnte dies weitere Ermittlungen österreichischer oder deutscher Staatsanwaltschaften nach sich ziehen, mit möglichen Auswirkungen auf laufende Gläubigerverfahren im Fall Signa.
Quelle: „(„Jan Marsalek“ OR Wirecard)“ – Google News | Originalartikel