ByteDance tauscht PICO-Chef aus – neues MR-Gerät in Planung
Während Meta die Mixed-Reality-Branche dominiert, bringt sich ByteDance mit einem Führungswechsel und einem neuen Gerät namens „Project Swan“ in Stellung.
Wien, 26. Juli 2026. ByteDance hat die Führungsspitze seiner XR-Sparte PICO neu besetzt. Li Xiaokai übernimmt die Leitung von Zhou Hongyi, der das Unternehmen laut offizieller Begründung aus Gründen der persönlichen Karriereplanung verlässt. An der bisherigen Strategie, den laufenden Entwicklungsarbeiten und den Produktplänen soll sich durch den Wechsel nichts ändern.
Project Swan als nächster Schritt
PICO arbeitet unter dem Codenamen „Project Swan“ an einem neuen Mixed-Reality-Gerät, das noch in diesem Jahr auf den Markt kommen soll. Details zu Preis, technischen Spezifikationen oder Verfügbarkeit außerhalb Chinas hat ByteDance bislang nicht veröffentlicht. PICO positioniert sich damit als einer der wenigen ernsthaften Herausforderer von Metas Quest-Reihe, die weltweit weiterhin den größten Marktanteil im Bereich Virtual- und Mixed-Reality-Headsets hält.
Chinas MR-Ambitionen im globalen Wettbewerb
Der Führungswechsel bei PICO fällt in eine Phase, in der chinesische Technologiekonzerne verstärkt eigene Hardware-Ökosysteme aufbauen, um von US-amerikanischen Anbietern unabhängiger zu werden. ByteDance hatte PICO bereits 2021 für rund 1,3 Milliarden US-Dollar übernommen und seither erhebliche Summen in Forschung und Entwicklung investiert. Trotzdem kämpfte die Sparte in den vergangenen Jahren mit schwächeren Verkaufszahlen als erhofft, unter anderem weil der globale MR-Markt insgesamt langsamer wächst als von Analysten prognostiziert.
Die Personalie zeigt, dass ByteDance den Bereich weiterhin als strategisch wichtig einstuft, auch wenn der kommerzielle Durchbruch bislang ausblieb. Zhou Hongyi hatte PICO über Jahre geprägt und das Unternehmen durch die Übernahme sowie den anschließenden Ausbau des Produktportfolios geführt. Mit Li Xiaokai an der Spitze setzt ByteDance offenbar auf Kontinuität statt auf einen radikalen Kurswechsel.
Was bedeutet das für Österreich?
Für heimische Konsumenten und Unternehmen ist die Entwicklung vorerst wenig greifbar, da PICO-Geräte in Europa nur eine Nischenrolle spielen und primär über Importe oder spezialisierte Händler erhältlich sind. Für österreichische Tech-Unternehmen, die im Bereich Augmented und Virtual Reality tätig sind, etwa in der Industrie- oder Trainingssimulation, ist die Entwicklung dennoch relevant: Ein stärkerer chinesischer Wettbewerber könnte mittelfristig die Preise für MR-Hardware drücken und damit auch europäischen Anbietern von Software-Lösungen neue Absatzmärkte eröffnen.
Gleichzeitig unterstreicht der Fall, wie stark chinesische Digitalkonzerne mittlerweile in Hardware-Ökosysteme investieren, ein Bereich, in dem europäische und damit auch österreichische Firmen kaum eigene Kapazitäten aufgebaut haben. Die Wiener Wirtschaftskammer verweist regelmäßig darauf, dass heimische Betriebe im XR-Bereich vor allem als Dienstleister und Integratoren auftreten, nicht als Hersteller. Der Führungswechsel bei PICO ist damit auch ein Hinweis darauf, wie sehr sich das Kräfteverhältnis im globalen Technologiemarkt in Richtung China verschiebt, ein Trend, der die Diskussion um europäische digitale Souveränität weiter befeuern dürfte.
Quelle: TechNode | Originalartikel