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Google investiert 4,3 Milliarden Dollar in US-Atomkraftwerke für KI-Strom

Der Tech-Konzern sichert sich Atomstrom für seine Rechenzentren und modernisiert dafür 11 Reaktoren in drei US-Bundesstaaten.

Google investiert 4,3 Milliarden Dollar in US-Atomkraftwerke für KI-Strom

Google hat mit dem US-Energiekonzern Constellation Energy einen 20-Jahres-Vertrag geschlossen, der die Modernisierung von elf Atomreaktoren in den Bundesstaaten Illinois, Pennsylvania und New Jersey vorsieht.

Das Investitionsvolumen liegt bei mehr als 4,3 Milliarden Dollar. Hintergrund ist der stark steigende Strombedarf der Google-Rechenzentren, die zunehmend für das Training und den Betrieb von KI-Systemen genutzt werden.

Mehr Leistung aus bestehenden Reaktoren

Durch den Austausch von Turbinen, Generatoren und Leitsystemen sollen die bestehenden Anlagen zusätzlich rund 890 Megawatt Leistung erbringen, ohne dass neue Reaktoren gebaut werden.

Das entspricht etwa der Kapazität eines einzelnen großen modernen Atomkraftwerks. Der erste modernisierte Block soll bereits 2028 mehr Strom liefern, das Gesamtprojekt soll bis Ende 2032 abgeschlossen sein.

Zusätzlich langfristiger Stromkauf

Parallel zur Modernisierung hat Google mit Constellation einen Abnahmevertrag über weitere 2700 Megawatt Strom für 15 Jahre vereinbart. In Summe sichert sich der Konzern damit eine Leistung von 3590 Megawatt, verteilt auf bestehende Kraftwerke im Nordosten und Mittleren Westen der USA. Google tritt damit nicht nur als Abnehmer, sondern als Mitfinanzierer der Energieinfrastruktur auf.

Tech-Konzerne setzen verstärkt auf Atomstrom

Google ist nicht das einzige Unternehmen, das sich in den USA direkt in der Atomenergie engagiert. Auch andere große Technologiekonzerne haben in den vergangenen Jahren Verträge mit Kraftwerksbetreibern geschlossen, um den Energiebedarf ihrer Rechenzentren langfristig abzusichern.

Der Grund liegt im Tempo: Der Ausbau konventioneller Stromnetze und erneuerbarer Energien kommt dem Wachstum der Rechenzentrumskapazitäten in den USA vielerorts nicht hinterher.

Für Europa und Österreich hat die Entwicklung vor allem indirekte Bedeutung. Google betreibt auch in Europa, unter anderem in den Niederlanden, Finnland und Belgien, große Rechenzentren, deren Energiebedarf ebenfalls wächst.

Der heimische Markt ist von US-Cloud-Diensten wie Google Cloud stark abhängig, viele österreichische Unternehmen und Behörden nutzen diese Infrastruktur für Datenverarbeitung und KI-Anwendungen. Sollte sich das US-Modell einer direkten Investition von Tech-Konzernen in Atomkraft als Blaupause etablieren, könnte dies auch Debatten über die Energieversorgung europäischer Rechenzentren beeinflussen, die aktuell überwiegend auf Netzstrom und Power-Purchase-Agreements mit Wind- und Solaranlagen setzen.

Constellation Energy ist mit rund 32.400 Megawatt installierter Leistung der größte Betreiber von Atomkraftwerken in den USA.

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