75,36 Euro pro Zertifikat — die EU macht Ernst mit dem Klimaschutzinstrument CBAM. Stahl, Aluminium, Zement: Wer importiert, zahlt jetzt für CO2.
Wien, 7. April 2026 – Die EU-Kommission hat erstmals den Preis für ihren neuen CO2-Grenzzoll festgelegt. Für das erste Quartal liegt er bei 75,36 Euro pro Zertifikat. Was abstrakt klingt, trifft Unternehmen konkret – und zwar rückwirkend ab Januar 2026.
Was ist CBAM?
Der CO2-Grenzausgleichsmechanismus – kurz CBAM – ist Europas Antwort auf ein altes Problem: Warum sollten europäische Unternehmen teure Klimaauflagen erfüllen, wenn ihre Konkurrenten aus Drittstaaten billig produzieren und ungebremst in die EU liefern können?
Abgaben fallen auf die CO2-Emissionen bei der Herstellung importierter Güter wie Stahl, Aluminium, Zement und Düngemittel an. Dieser CO2-Ausgleich soll eine Verlagerung der Produktion in Staaten mit geringeren Klimaauflagen verhindern.
Was bedeutet das für Österreich?
Österreichs Industrie ist stark von Importen abhängig – Stahl aus der Ukraine, Aluminium aus Russland und der Türkei, Düngemittel aus Nordafrika. All das wird jetzt teurer.
Besonders brisant: Frankreich verwies auf gestiegene Kosten durch Lieferunterbrechungen im Zuge des Iran-Krieges. Die Energiekrise und der neue CO2-Zoll treffen Unternehmen gleichzeitig.
Die zwei Seiten der Macht
CBAM ist gut gemeint – und richtig. Aber die Timing-Frage bleibt: Mitten in einer Energiekrise, mit steigenden Rohstoffpreisen und schwachem Wachstum, erhöht die EU die Kosten für Importe. Wer zahlt am Ende? Wie immer: der Verbraucher.
YANUS beobachtet die Preisentwicklung weiter. Nächste Analyse: Welche österreichischen Branchen sind am stärksten betroffen?










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