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CORRECTIV-Test: KI-Chatbots fälschen Nachrichten von Medien

Wie leicht sich mit ChatGPT gefälschte Artikel bekannter Redaktionen erzeugen lassen, zeigt eine aktuelle Recherche

CORRECTIV-Test: KI-Chatbots fälschen Nachrichten von Medien

Wien, 08. August 2026. Eine Recherche von CORRECTIV zeigt, dass sich mit gängigen KI-Chatbots wie ChatGPT, Google Gemini und Microsoft Copilot gefälschte Nachrichtenbeiträge erstellen lassen, die aussehen, als stammten sie von real existierenden Medien. Besonders bei sensiblen Themen konnten die Tester Inhalte generieren, die etablierte Redaktionen imitieren, ohne dass die Systeme dies zuverlässig verhindern.

Hintergrund

KI-Chatbots werden von Millionen Menschen täglich genutzt, auch um sich über aktuelle Ereignisse zu informieren. Die großen Anbieter wie OpenAI, Google und Microsoft haben Sicherheitsmechanismen eingebaut, die verhindern sollen, dass ihre Systeme für Desinformation oder Identitätsmissbrauch verwendet werden. Wie wirksam diese Schutzmaßnahmen tatsächlich sind, wurde bislang selten systematisch geprüft.

CORRECTIV, eine deutsche gemeinnützige Rechercheredaktion, hat genau das getestet. Die Journalisten forderten die Chatbots auf, Artikel zu verfassen, die im Stil und Erscheinungsbild bekannter Medien gehalten sind, inklusive fingierter Zitate und Quellenangaben.

Neue Fakten

Laut CORRECTIV-Recherche gelang es den Testern bei ChatGPT am einfachsten, gefälschte Beiträge zu produzieren, die den Anschein erwecken, von echten Nachrichtenportalen zu stammen. Die größten Sicherheitslücken wurden demnach bei OpenAIs Produkt festgestellt, während Google und Microsoft in Teilen strengere Schutzmechanismen zeigten, aber ebenfalls nicht fehlerfrei blieben.

Die Tester konnten laut Bericht auch zu gesellschaftlich sensiblen Themen Inhalte erzeugen, die auf den ersten Blick seriös wirken. Das Problem: Solche Texte lassen sich in sozialen Netzwerken leicht verbreiten und sind für Laien kaum von echten Berichten zu unterscheiden, wenn Logo oder Layout einer bekannten Marke imitiert werden.

CORRECTIV betont in seiner Analyse, dass die Chatbot-Anbieter zwar Richtlinien gegen Missbrauch veröffentlicht haben, diese in der Praxis aber nicht konsequent durchgesetzt würden. Die Recherche liefert damit erstmals konkrete Beispiele dafür, wie einfach sich der Ruf etablierter Medienmarken für Falschinformationen missbrauchen lässt.

Reaktionen

Offizielle Stellungnahmen von OpenAI, Google oder Microsoft zu den konkreten CORRECTIV-Befunden waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht bekannt. Medienhäuser, deren Namen für die Tests verwendet wurden, äußerten sich laut CORRECTIV besorgt über die Möglichkeit, dass ihre Marken für Falschinformationen benutzt werden können, ohne dass sie dies verhindern können.

In Österreich und Deutschland fordern Medienverbände seit längerem strengere Regeln für den Umgang mit generativer KI, insbesondere wenn es um die Nutzung von Marken und Redaktionsnamen geht. Konkrete gesetzliche Vorgaben dazu existieren bislang nicht flächendeckend.

Die Ergebnisse aus Deutschland lassen sich unmittelbar auf Österreich übertragen, da die getesteten Chatbots hierzulande genauso verfügbar und genutzt werden. Für den heimischen Medienmarkt, der ohnehin mit sinkendem Vertrauen in Nachrichten kämpft, bedeutet die Recherche eine zusätzliche Herausforderung: Wenn sich Fälschungen kaum noch von echten Beiträgen unterscheiden lassen, steigt der Druck auf Leser, Quellen genauer zu prüfen, und auf Plattformen sowie Gesetzgeber in der EU, technische und rechtliche Antworten zu finden. Die EU-Kommission arbeitet im Rahmen des AI Act bereits an Kennzeichnungspflichten für KI-generierte Inhalte, deren praktische Umsetzung aber noch offen ist.

Quelle: correctiv.org | Originalartikel

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